Schafgarbe
- susiforster
- vor 3 Tagen
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Legendär heilsam
Die Schafgarbe ist eines unserer stärksten Heilpflanzen. Ob zur Behandlung von Wunden oder ausgleichend im weiblichen Zyklus oder einfach verdauungsanregend durch seine Bitterstoffe. Ihre enorme Kraft in Sachen Wundheilung ist im wahrsten Sinne des Wortes legendär. Schon Achilles soll der Sage nach vom heilkundigen Centauren Chiron mit der wundheilenden Pflanze vertraut gemacht worden sein. Achilles soll demnach seine Krieger auf seinen Feldzügen damit geheilt haben. Die Geschichte wurde im botanischen Namen der Schafgarbe verewigt – Achillea millefolium. Für den zweiten Namensteil „millefolium“=tausend Blättchen standen die zarten Fiederblättchen der Schafgarbe Pate. Auch hierzu erzählten sich unsere Vorfahren eine spannende Geschichte: Mit Hilfe der Schafgarbe konnte der Teufel überlistet werden. Die tausend kleinen Blätter sollten den Teufel dazu verleiten, seiner Zähllust zu verfallen. Weil er sich aber bei den unzähligen kleinen Blättern ständig verzählte, vergaß er völlig seine ursprünglichen, üblen Pläne. Soweit die Legenden.
Auch das althochdeutsche Wort „garwe“=gesund, das später zu -garbe wurde, weist auf die heilenden Qualitäten der Pflanze hin. Geheilt wurden damit aber nicht nur Schafe, sondern auch die Hirten selbst. Schafe haben das Pflänzchen übrigens wirklich zum Fressen gern. Dabei bevorzugen sie vor allem die zarten Blättchen und Blüten, die zähen Stängel lassen sie einfach stehen. Viele volkstümlichen Namen weisen direkt auf die traditionellen Anwendungsgebiete hin, wie Bauchwehkraut, Blutstillkraut oder Frauendank.
Wirkung und Anwendung
Verwendbar und essbar sind sowohl Blätter als auch die kleinen Blüten. Der Stiel ist so zäh, dass man ihn mit der Hand kaum abreißen kann. Er eignet sich insofern wenig zum Verzehr. Für Ölauszüge oder Tinkturen ist der Stängel prinzipiell nutzbar. Tatsächlich setze ich bei dieser nehme ich von dieser Pflanze ausschließlich Blüten und Blattwerk.
Heilkundlich
Schon im Altertum war die Schafgarbe als ausgesprochenes Frauenheilmittel bekannt. „Schafgarbe im Leib tut wohl jedem Weib“ - nicht mehr ganz zeitgemäß in der Wortwahl, umschreibt der alte Spruch dennoch ein wichtiges Einsatzgebiet der Pflanze: Sie wirkt regulierend auf den weiblichen Zyklus, hilft bei schwacher, unregelmäßiger und auch zu starker Menstruation, Menstruationsschmerzen sowie Ausfluss. Die Nähe zum weiblichen Geschehen spiegelt auch der Volksname „Augenbraue der Venus“ wieder. Probier es mal aus und leg ein Blättchen über Deine Augenbrauen. Die gebogene Form und die feinen Verzweigungen…einer Augenbraue sehr ähnlich.
Die entkrampfende, entzündungshemmende und beruhigende Wirkung der Schafgarbe wirkt sich auch positiv bei Magen-Darm-Bewschwerden aus. Die Bitterstoffe regen zusätzlich den Appetit an und wirken tonisierend auf Galle und Leber. Der hohe Kaliumgehalt regt wiederum die Nieren an. Deshalb ist die Schafgarbe auch ein wichtiger Begleiter bei Frühjahrskuren.
Hervorzuheben ist auch die blutstillende Wirkung der Schafgarbe, sowohl bei äußeren als auch inneren Blutungen.
Die Schafgarbe kann in vielfältiger Form angewendet werden – innerlich wie äußerlich: Als Tee, Tinktur, Öl – pur oder als Basis für Salben. Aber Vorsicht! Manche Menschen mit Allergie in Sachen Korbblütler reagieren empfindlich auf Schafgarbe. Schon das Berühren kann dann Hautausschläge verursachen. In diesem Fall auf andere Heilpflanzen ausweichen, beispielsweise ist das ätherische Öl der Schafgarbe dem der echten Kamille ähnlich, wirkt aber stärker.Anwendungsbeispiel Sitzbad: 100 g Kraut mit 1,5 Liter Wasser aufkochen, 20 Minuten ziehen lassen und dem Badewasser zufügen. Sehr wohltuend bei Frauenleiden und Kreuzschmerzen.
Küche
Mit ihrem würzigen Geschmack eignet sich die Schafgarbe perfekt als Zutat für Kräutersalze, Kräuterbutter, Brotaufstriche, Gewürzöle- und -essige, aber auch als aromatische Beigabe zu Nudelteigen, Gnocchi oder Spätzle. Am besten verwendet man dafür die jungen, zarten Blätter und Blüten. Auch zu Salat, Gemüse oder in Smoothies ist die Schafgarbe eine willkommene Abwechslung im Kräuterspeiseplan. Aber sei behutsam bei der Dosierung. Die Schafgarbe enthält große Mengen an Bitterstoffe. Lieber langsam herantasten und bei Bedarf nachwürzen.
Auch Kräuterlimonaden können mit Schafgarbe aromatisiert werden – die Blüten sind zudem eine hübsche Deko. Übrigens wurde vor Einführung des Reinheitsgebotes Schafgarbe auch als Bierwürze verwendet.
Pflanzen helfen Pflanzen
Als Begleiter im Gemüse- oder Kräuterbeet verhindert die Schafgarbe Krankheiten der Nachbarpflanzen und wirkt sich positiv auf den Boden aus. In Nachbarschaft von Duftpflanzen erhöht sie deren Intensität. Als Kaltwasserauszug liefert die Schafgarbe einen wirkungsvollen Dünger.
Rezept Kaltwasser-Schafgarbenauszug natürlichen düngen und Schädlinge bekämpfen Quelle: www.smarticular.net/biologische-mittel-gegen-mehltau-braunfaeule-rost-und-sternrusstau/
Zutaten
20 g getrocknete Schafgarbenblüten
1l Wasser
großes Gefäß, Tuch oder Mullwindel, Sieb, Sprühflasche
Zubereitung
Getrockneten Blüten und Wasser in ein passendes Gefäß füllen
24 Stunden ziehen lassen
Anschließend Auszug über Sieb und Tuch abseihen
Pflanzenreste noch gut auspressen
Die Flüssigkeit verdünnt mit neun Teilen Wasser nach Bedarf anwenden
Als Färbepflanze verleiht Schafgarbe gelbe bis moosgrünen Töne.
Getrocknete Schafgarbe ist eine der ältesten Räucherpflanzen und wird gerne zum Desinfizieren von Räumen verwendet. Sie wirkt zudem schlaffördernd und soll gute Träume bereiten. Auch gilt sie als orakelnd und die Intuition fördernd.
Steckbrief Schafgarbe
Familie: Korbblütengewächse (Asteraceae)
Pflanzenname: Schafgarbe (Achillea millefolium)
Volksnamen: Achilleskraut, Augenbraue der Venus, Bauchwehkraut, Frauendank, Gänsezungen, Grillenkraut, Schafrippen, Tausendblatt
Merkmale:
Aus dem kriechenden Wurzelstock sprießt zunächst eine Laubblattrosette, danach ein harter, schwach behaarter Stängel, der sich nur schwer abreißen lässt. Aus dem zähen Stängel wachsen umso feinere stark gefiederte Blätter. Im oberen Teil wachsen von Juni bis Oktober Trugdolden aus weißen bis rosa Zungen- und gelben Röhrenblüten. Das ätherische Öl der Pflanze ähnelt dem der echten Kamille.

Die Blüte der Schafgarbe wird häufig fälschlicherweise als Dolde bezeichnet. Tatsächlich handelt es sich um eine sogenannte Trug- oder Scheindolde. Die Schafgarbe gehört zu den Korbblütlern wie beispielsweise Gänseblümchen oder Löwenzahn. Diese Pflanzenfamilie überrascht mit einem ganzen Korb an Blüten, bei dem wir oft schlicht, aber falsch von "der" Blüte sprechen. Ob Gänseblümchen oder Schafgarbe – beide haben sowohl weiße Zungenblüten als auch gelbe Röhrenblüten. Jede einzelne Zunge und Röhre ist eine eigenständige Blüte. Es gibt auch Vertreter mit ausschließlich Zungenblüten wie der Löwenzahn oder solche mit nur Röhrenblüten wie die Kornblume. Ein Blütenköpfchen besteht also aus Hunderten einzelner Blüten. Ein Meisterwerk der Natur.
Die Schafgarbe führt uns ein wenig hinters Licht. Im Gegensatz zu den echten Doldenblütlern, deren Blütenköpfe strahlenartig von einer zentralen Stelle ausgehen, streckt die Schafgarbe mal hier, mal da ihre Blütenköpfen nach oben und vereinigt sie oben etwa auf gleicher Höhe. Es perfektes Täuschungsmanöver. Die bisweilen rosa Einfärbung der üblicherweise weißen Blüte ist eine Art natürlicher Sonnenschutz der Pflanze.

Bild eigene Darstellung mit KI Unterstützung
Vorkommen: Wiesen, Weiden, Weg- und Feldränder. Sehr genügsam, widerstandsfähig gegen Hitze und Kälte. Pionierpflanze. Meidet nasse Böden.
Inhaltsstoffe: Bitterstoffe, ätherische Öle, Gerbstoffe, Flavonoide, verschiedene Mineralien, v.a. Kalium
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FAQ
Wofür verwendet man Schafgarbe? Die Schafgargbe ist für ihre wundheilende, entzündungshemmende, krampflösende, aber auch verdauungsfördernde und appetitanregende Wirkung bekannt. Besonders ihre Wundheilungsfähigkeiten werden bereits seit der Antike hoch gehandelt. Die Anwendung kann als Tinktur oder Teeauflage oder auch als Balsam über einen Ölauszug erfolgen. Darüber hinaus ist sie ein traditionelles Frauenkraut, da es regulierend auf den weiblichen Zyklus wirkt. Die Schafgarbe enthält eine erhebliche Konzentration an Bitterstoffen, die sie zu einer willkomenen Zutat bei der Unterstützung der Verdauung macht.
Wer sollte keine Schafgarbe verwenden?
Normalerweise gibt es bei der Verwendung von Schafgarbe keine Nebenwirkungen. Ausnahme bilden Menschen mit einer Allergie gegen Korbblütler . Sie sollten auf die Verwendung von Schafgarbe verzichten. Bei diesem Personenkreis kann es insbesondere zu allergischen Hautreizungen (Kontaktallergie) kommen.
Mögen Schafe die Schafgarbe besonders gern?
Ja, tatsächlich lieben Schafe die Schafgarbe sehr. Sie sind dabei aber wählerisch und bevorzugen die zarten Blätter und Blüten. Den zähen, fast holzigen Stängel lassen sie einfach stehen. Der zweite Wortteil hat seine Wurzel übrigens im Althochdeutschen wort garwe, das gesund bedeutet. Gesund ist die Schafgarbe nicht nur für die wolligen Vierbeiner, sondern auch für den Schäfer und seine Mitmenschen.
Die Beschreibungen ersetzen keine medizinische Beratung. Alle Darstellungen wurden nach bestem Wissen und Gewissen und mit größter Sorgfalt recherchiert und/oder beruhen auf tradierten Überlieferungen und volksheilkundlichen Erfahrungen. Bei Beschwerden und Krankheitszeichen ggf. den Arzt des Vertrauens konsultieren.










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