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DIY Gewürzpunsch - wissen, was drin ist

  • susiforster
  • 28. Dez. 2025
  • 4 Min. Lesezeit

So schmeckt der Winter

Tasse aus Glas mit Apfelpunsch, dekoriert mit Fichtenzweig, Orangenscheibe und Plätzchen

Ein schöner heißer Punsch mit duftenden Wintergewürzen ist was Feines. Wärmt Herz, Seele sowie kalte Hände und Füße. Und…schmeckt immer: vor, an und nach Weihnachten, mit oder ohne Schnee, mit oder ohne Alkohol, mit oder ohne Lebkuchen (ok das letzte vielleicht eher mit :-))


Bei der Zubereitung empfehle ich klar: Mach´s selbst! Du bestimmst, was Dir schmeckt und weißt, was drin ist. Gekaufte Fertigmischungen mit Glühwein-oder Punschgewürzen haben lange Lagerzeiten, oft weite Transportwege und verwendet werden leider häufig günstige(re) Zutaten mit unerwünschten Nebeneffekten - Stichwort Zimt. Aber dazu später. Also ran ans Werk…es ist einfach und schmeckt unvergleichlich besser.


Was Du brauchst?

Ein wenig Zeit und Lust. Zugegeben, man muss das Ganze vorbereiten, kann es aber wunderbar mit einem Winterspaziergang und anschließender Verarbeitung im gemütlich warmen Heim verbinden. Eine unglaublich bereichernde Aktivität, Waldbaden inklusive - allein oder mit Deinen Lieben.


Step-by-Step zum Bio-DIY-Punschgewürz

Ideal zum Bevorraten. Hält getrocknet über den ganzen Winter…eigentlich…denn Du wirst es lieben!


Glasplatte mit Wintergewürzen für Punsch wie Tannennadeln, Zimt, Nelkenwurz, Orangenzesten, Quittenschalen, Vanilleschote

  1. Bio-Orangen waschen, trockenreiben und Schale in kleine Stücke schneiden - möglichst ohne weißes Fruchtfleisch. Schale vollständig trocknen - bei Zimmertemperatur circa 2-3 Tage. Schneller geht es im Dörrautomat oder Herd bei kleinster Stufe (ist vom Energieverbrauch natürlich weniger empfehlenswert). Einfach gelingt es mit einem Zestenreißer oder alternativ auch mit einer Raspel. Die Fruchtfasern sind dann feiner und trocknen schneller.


  2. Statt der Gewürznelken oder Nelkenpulver aus dem Supermarkt, empfehle ich die Wurzeln der heimischen Nelkenwurz. Wer im Herbst nicht gesammelt hat, kann das auch jetzt noch tun, sofern man die Standorte noch erkennt oder weiß. Die gesäuberten getrockneten Wurzeln dieses unscheinbaren Wildkrauts enthalten ebenfalls das typisch duftende Eugenol wie die exotischen Gewürznelken. Man verwendet die kleingehackten trockenen Wurzeln. Mehr Wissenswertes zur Verwendung der Nelkenwurz und anderer wilder Wurzeln wie Beinwell oder Wilde Möhre erfährst Du im Blogbeitrag „Herbstschätze“.


  3. Zimtstangen klein hacken – per Hand oder im Mörser. Alternativ bereits gemahlenes Zimtpulver verwenden. Tipp: Verwende den milderen und bekömmlicheren Ceylonzimt. In Fertigprodukten wird häufig der günstigere Cassiazimt verwendet. Dieser enthält deutlich mehr Cumarin, das bei empfindlichen Personen Kopfschmerz und Unwohlsein auslösen kann. Außerdem ist er geschmacklich etwas beißender.

    Toller Nebeneffekt: Zimtaroma wird vom menschlichen Gehirn als süß eingestuft, so dass wir automatisch weniger Zucker benötigen.


  4. Nadeln von heimischen Bäumen sammeln, klein hacken, trocknen. Du kannst verwenden, was Du in Deinem Wald findest und sicher erkennst: Fichte mit zitronig-herbem Aroma, Tanne mit Orangenschalen-Aroma oder mandarinige Douglasie. Vorsicht vor der tödlich giftigen Eibe! Fichte oder Tanne? Bist Du unsicher bei der Bestimmung von essbaren Nadelbäumen? Im Blogbeitrag "Oh Tannenbaum" zeige ich Dir wichtige Unterscheidungsmerkmale und auch weitere Rezepte für Gesundheit und Hausapotheke.

    Oder mach mit beim Winterwald-Workshop mit ausführlichen Baumporträts zu den wichtigsten heimischen Nadelbäumen wie Fichte, Tanne, Douglasie. Lerne die giftige Eibe zu unterscheiden und erlebe Live-Rezepte für Küche und Hausapotheke. Dazu erhältst Du ein ausführliches Skript. 2 Stunden Naturwissen zum Mitmachen und Mitnehmen.



Zubereitung Gewürzmischung

Bunte Gewürzmischung für Punsch auf Glasplatte, dekoriert mit Tannenzweigen, getrockneten Hagebutten und Cranberries

Vorbereitete Orangenzesten, Nelkenwurzwurzeln, Zimt und Nadeln von Waldbäumen zu etwa gleichen Teilen mischen. Mark von Vanilleschoten hinzufügen. Nach Geschmack und Verfügbarkeit können noch weitere Zutaten ergänzt werden, wie beispielsweise getrocknete Quittenschalen, getrocknete Hagebutten und/oder getrocknete Cranberries. Wer mag, kann die Mischung noch in der Elektromühle feiner mahlen. Etwas gröber sind die Zutaten schöner erkennbar - auch ein tolles, dekoratives Mitbringsel zur kalten Jahreszeit.


Dosierung: auf 1/2 Liter Flüssigkeit etwa 2 TL der Mischung verwenden.


Rezept alkoholfreier Gewürzpunsch

  • 700 ml naturtrüben Apfelsaft erhitzen (nicht kochen)

  • 300 ml kräftigen Apfeltee hinzugeben

  • 4-5 TL Gewürzmischung in einem Teefilter zugeben. Etwa 15 Minuten bei milder Hitze ziehen lassen.

  • Gewürze entnehmen und Punsch heiß genießen


Rezept Punsch mit Promille

  • Weiß: 700 ml trockenen Weißwein zusammen mit 300 ml Apfelsaft

  • Rot: 700 ml trockenen Rotwein zusammen mit 300 ml Orangensaft sanft erhitzen (nicht kochen)

  • 4-5 TL Gewürzmischung in einem Teefilter zugeben. 15 Minuten ziehen lassen

  • Gewürze entnehmen und Punsch heiß genießen

  • Nach Belieben 1 Schuss Rum hinzufügen


Ob mit oder ohne Alkohol: Nach Bedarf mit braunem Zucker, Kandis oder Honig süßen und mit Tannen-/Fichtenzweig und oder einer Scheibe Orange servieren.


Tipp: Die Gewürzmischung kann - fein gemahlen - auch als Lebkuchengewürz verwendet werden.


Gesunde Gewürze

Nelkenwurz Ebenso wie die bekannten Gewürznelken enthält die Nelkenwurz Eugenol, das nicht nur für das typische Nelkenaroma sorgt. Dieser Stoff wirkt schmerzlindernd, entzündungshemmend und antiseptisch. Wie auch Gewürznelken, kann man die feinen Wurzeln der Nelkenwurz klassisch bei Problemen im Mundraum nutzen. Der Wirkstoff wirkt wie eine örtliche Betäubung, lindert so akute Schmerzen und  Entzündungen. Volksheilkundlich wurde es auch zur Unterstützung von Herz- und Nervenleiden eingesetzt. Darüberhinaus sagt man ihr die Fähigkeit nach, Schwermetalle auszuleiten.


Zimt Dem aromatischen Gewürz wird eine Vielzahl an Wirkungen nachgesagt. Zimt gilt als appetitanregend, verdauungsfördernd und krampflösend. Seine antimykotische und antibakterielle Wirkung wurde schon in der Antike genutzt, unter anderem für Einbalsamierungen im alten Ägypten. Die blutzuckerregulierende Wirkung bei Diabetes Typ II wird noch diskutiert und konnte abschließend nicht bestätigt werden – bislang. Den wärmenden Effekt von Zimt kann jeder selbst einfach testen. Allein der Duft von Zimt ist herzerwärmend. Tatsächlich wärmt das Gewürz auch von innen, weil es die Durchblutung anregt. Auch in der ayurvedischen Lehre gilt Zimt als wärmendes Gewürz.

Achtung: der mildere Ceylon-Zimt aus Sri Lanka ist dem stark Cumarin-haltigen Cassia-Zimt aus China vorzuziehen. Cumarin kann bei empfindlichen Menschen zu Kopfschmerzen und Unwohlsein führen und gilt bei hoher Dosierung als leberschädigend.



Tanne / Fichte / Douglasie

Ätherische Öle und Terpene haben eine außerordentlich positive Wirkung auf den Menschen: stimmungsaufhellend, schleimlösend, immunmodulierend, entzündsungshemmend und nicht zuletzt antibakteriell/antibiotisch. Dieen Effekt erzielt man nicht nur beim trendigen Waldbaden. Du kannst die wertvollen Nadeln sowohl in der Küche, in der Hausapotheke oder sogar in der Naturkosmetik einsetzen.


Wie Du Dich im Winter fit, warm und gesund hältst, erfährst Du im Blogbeitrag „Gesund durch kalte Zeiten“: Hier findest Du Rezepte von Goldener Milch und Kakaozeremonie über Fußbad und Eisbaden bis Kontra-Keim-Mischungen aus heilkräftigen Wildkräutern.



Die Beschreibungen ersetzen keine medizinische Beratung. Alle Darstellungen wurden nach bestem Wissen und Gewissen und mit größter Sorgfalt recherchiert und/oder beruhen auf tradierten Überlieferungen und volksheilkundlichen Erfahrungen. Bei Beschwerden und Krankheitszeichen ggf. den Arzt des Vertrauens konsultieren.

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