Pflanzen des Monats November: Immunbooster-Pflanzen

Pflanzenkraft gegen Krankheitskeime


Keime gibt es immer und überall. Unsere Welt ist (zum Glück noch) nicht steril. Letztlich „lernt“ unser Immunsystem lebenslang, mit den unterschiedlichsten Erregern, Keimen, Bakterien, Viren umzugehen. Problematisch wird es, wenn wir geschwächt sind und unser Körper keine oder nicht schnell genug eine adäquate Antwort auf derlei „Angriffe“ findet. Auch Pflanzen schützen sich durch bestimmte sekundäre Inhaltsstoffe, wie z.B. Gerbstoffe, gegen Fraßfeinde. Sie schütten bei einem akuten Befall erhöhte Mengen an Abwehrstoffen aus und warnen darüberhinaus Artgenossen in ihrem Umfeld – nicht zuletzt über weitreichende Myzele der Pilze, das „Internet des Waldes“.

Die Kraft der Pflanzen können auch wir als Abwehrsystem gegen Viren, Bakterien & Co. nutzen. Als präventive Immunbooster, aber auch wenn bereits etwas im Anflug ist oder uns erste Krankheitssymptome das Leben schwer machen.


Dafür muss man nicht unbedingt ein Heilkräuterexperte sein. Und auch wenn man sich im Sommer keinen entsprechenden Vorrat an heilwirksamen Pflanzen angelegt hat, ist das kein Problem. Neben dem mittlerweile beliebten immunstimulierenden Ingwer, sind viele weitere pflanzliche Helferlein und volksheilkundliche Hausmittel in Küche, Supermarkt oder Kräuterfachhandel verfügbar. Die Anwendung ist meist kinderleicht, aber überraschend hilfreich.


Immunbooster-Pflanzen. Keime im Keim ersticken. Natürlich ohne Nebenwirkungen.


Holunder


Beginnen wir mit dem Klassiker unter den natürlichen Erkältungsmitteln. Schweißtreibend, harntreibend, schleimlösend – mit seinen ätherischen Ölen, Glykosiden, Flavonoiden und reichlich Vitamin C treibt er die Erkältung mit ihren unangenehmen Begleiterscheinungen wie Fieber, Husten, Schnupfen aus dem Körper. Seine stark antivirale Wirkung – selbst auf eine Reihen von Influenzaviren – konnte mittlerweile auch in wissenschaftlichen Studien belegt werden. Holunder, ob als Hounderblütentee oder z.B. als Saft aus den dunkelblauen Beeren (Achtung nur gekocht verwenden, da roh giftig), verkürzt nicht nur die Erkältungsdauer, sondern hilft auch als prophylaktische Maßnahme bei potenzieller Infektionsgefahr, z.B. in den erkältungsreichen Wintermonaten oder gerne auch auf längeren Flugreisen (vgl. Dazu entsprechende Studien https://www.zentrum-der-gesundheit.de/krankheiten/infektionskrankheiten/grippe-erkaeltung/holunder)


Dost (Oregano)

Bekannt ist der Dost vor allem als „Pizzagewürz“, ein aromatisches Must der mediterranen Küche

Wie heilkräftig die Pflanze ist, wissen die wenigsten. Dost ist ein echter Tausendsassa - antiviral, antibakteriell, pilz- und entzündungshemmend, antioxidativ und damit eine wichtiger Fänger freier Radikaler. Die enorme antivirale Schlagkraft dieses Krautes stemmt sich sogar gegen multiresistente MRSA-Keime – ein natürliches Antibiotikum, das die Darmflora schont, wie eine Studie der Georgetown University zeigte.


Ein hochinteressantes Porträt dieser starken Pflanze und ihrer heilenden Wirkungsweisen findet ihr unter www.zentrum-der-gesundheit.de/oregano.html.


Präventiv und stärkend sollte Dost regelmäßig in der Ernährung seinen Platz finden. Ob als Würzkraut oder frische Zutat zu grünen Smoothies. Dost-Tee oder auch ein Gesichtsdampfbad mit Dost kann bei Bronchitis und Schnupfen Erleichterung bringen. Allerdings ist gerade in den Wintermonaten frischer Dost kaum verfügbar. Hier bietet fertiges Oregano-Öl aus dem Fachhandel eine gute Alternative bei jedem Anflug von Erkältung (kein Öl für den kulinarischen Gebrauch, sondern medizinisch, z.B. https://www.nahani.net/oregano-wild-oel-15-ml.html). Oregano-Öl hat einen recht scharfen Geschmack und sollte daher sowohl äußerlich als auch innerlich verdünnt verwendet werden. Ich persönlich gebe ein paar Tropfen des Öls in etwas Milch - die Mischung ist dann besser bekömmlich.


Zusammen mit weiteren antiviral wirkenden Kräutern kann man sich z.B. einen heilkräftigen und durchaus wohlschmeckenden „Kontra-Keim-Haustee“ mischen:


Dazu zu gleichen Teilen getrockneten Dost, Thymian, Melisse, Salbei, Brennessel (zum Ausleiten), ein wenig Lavendel (nicht zu viel, schmeckt sonst etwas „seifig“) sowie etwas Weißdornblätter und/oder -beeren. Weißdorn stärkt unser Herz gegenüber potenziellen Komplikationen wie Herzbeutelentzündung).

Bei akutem Bedarf oder auch vorsorglich, wenn man hoher Keimlast ausgesetzt ist, täglich 1-2 TL mit 1/4l kochendem Wasser überbrühen, 10 Minuten ziehen lassen und ggf. Mit etwas Honig verfeinern.

Die Mischung eignet sich auch sehr gut als Raum desinfizierende und wohlriechende Räuchermischung. Dazu Räucherstövchen mit Gittereinsatz verwenden. Kleine Schicht Räuchersand auf das Gitter füllen und etwas getrocknete Kräuter darauf geben.


Vorsicht: Schwangere sollten Dost meiden aufgrund der Gebärmutter stimulierenden Wirkung.


Lavendel

Das Verräuchern von Lavendel verbreitet nicht nur angenehmen, mediterranen Duft. Das Rauchwerk wirkt harmonisierend und beruhigend, aber auch desinfizierend. In Seuchenzeiten machte man sich diese Eigenschaft zunutze, um die Luft von gefährlichen Krankheitskeimen zu reinigen.

Innerlich angewendet, verströmt Lavendel nicht nur seine desinifizierende, sondern auch eine nachweislich ausgleichende Wirkung, z.B. als Gute-Nacht-Milch:


1/4 l Milch mit 1/2 TL Lavendelblüten anwärmen, 10 Minuten warm ziehen lassen, abseihen und 1 TL Honig darin auflösen. Vor dem Schlafengehen trinken.


Meerrettich & Kapuzinerkresse

Das Antibiotikum der Bauern heißt es auch. Die scharfe Wurzel ist nicht nur kulinarisch sehr reizvoll. Scharfe Senfölglykoside und Vitamin C bringen unser Immunsystem auf Galopp und sagen Keimen, v.a. Bakterien den Kampf an. Die Senföle lösen den Schleim und erleichtern das Abhusten bei einer Bronchitis.


Rettichaufguss bei Erkältung: Ein Stückchen frisch geriebene Meerrettich-Wurzel in eine große Tasse geben, mit kochendem Wasser übergießen und 15 Minuten ziehen lassen. 1 EL Honig zufügen. 3-5 Mal täglich 1 EL einnehmen.


Meerrettich-Kompresse bei Nebenhöhlenentzündung, Migräne/Kopfschmerzen: Eine Auflage aus frisch geriebener Rettichwurzel kann die Nebenhöhlen „freiputzen“: Dazu etwa 1TL frisch geraspelte Meerettichwurzel in eine Stofftuch einschlagen und auf den Nacken zwischen dem 3. und 6. Halswirbel legen (=Reflexzone für die Nasennebenhöhlen). Nach max. 2-5 Minuten fängt die Haut an, heiß zu werden bzw. ein leichtes Brennen entsteht. Kompresse entfernen und gerötete Haut ggf. mit etwas Pflegeöl eincremen.


Schwarzer Rettich Hustensirup:

Von einem Schwarzen Rettich Deckel abschneiden. Vorsichtig das innere der Rübe entfernen und aushöhlen (Achtung: stabilen Rand stehen lassen). Ausgehöhltes Fruchtfleisch zerkleinern und mit 1-2 EL braunem Zucker vermischen. Unterseite der ausgehöhlten Rübe mehrfach mit Stricknadel o.ä. einstechen. Rettich-Zucker-Gemisch in die Rettich-Hülle einfüllen, Deckel aufsetzen und gefüllten Rettich auf ein Glas setzen. Durch Osmose tritt tröpfchenweise der Sirup durch die Bodenlöcher aus. Aufgefangenen Sirup löffelweise über den Tag verteilt einnehmen.


Meerettich-Kapuzinerkresse-Tinktur (DIY Angocin):

Aus der Apotheke kennt ihr vielleicht das Mittel Angocin Anti Infekt N, das die Vermehrung von Viren und Bakterien hemmen soll. Es vereint die Kraft des Meerrettich und der Kapuzinerkresse. Letztere verfügt ebenfalls über ebenso schmackhafte wie heilkräftige Senföle sowie Vitamin C. Die genannte Mischung könnt ihr leicht selbst herstellen:


Dazu ein Stück Meerrettich (etwa 1 cm) raspeln, mit rund 2-3 Handvoll grob zerkleinerten Kapuzinerkresseblättern mischen und in ein Schraubglas füllen. Pflanzenbestandteile komplett mit hochprozentigem Alkohol (mind. 40%, z.B. Doppelkorn) aufgießen. Mischung 3-4 Wochen bei Zimmertemperatur ziehen lassen, täglich schütteln. Bei Erkältung, Husten, Mandelentzündung, aber auch Blasenentzündung 3x täglich 20-30 Tropfen einnehmen. Am besten nach einer Mahlzeit, und nicht länger als 2 Wochen am Stück einnehmen, um die Magenschleimhaut nicht zu überreizen.




Die Rezepte und Empfehlungen ersetzen keine medizinische Beratung. Bei Beschwerden und Krankheitszeichen ggf. Den Arzt des Vertrauens konsultieren.


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