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Hagebuttenliebe

susiforster
vor 5 Tagen
4 Min. Lesezeit

Natürlich schön mit Hagebutten



Wenn im Herbst die Hagebutten rot aus den Hecken leuchten, freut sich nicht nur mein Herz, sondern auch meine Haut. Ja genau, meine Haut. Denn endlich kann ich wieder mein geliebtes Hagebuttenöl ausziehen und feine Pflegeprodukte damit herstellen. Die roten Früchte der Rosen sind voll mit regenerierenden und zellschützenden Inhaltsstoffen. Antiaging aus der Natur!


Die gute alte Hagebutte

Wer kenn sie nicht? Hagebutten sind der Klassiker unter den herbstlichen Heckenfrüchten und gehören definitiv zu unvergesslichen Erinnerungen meiner unbeschwerten Kindheit. Herrlich roter Tee mit vanilleartigem Duft. Und ebenso unvergesslich (und rückblickend auch lustig) das fiese Juckpulver in Form von Hagebuttenkernen, die uns die Jungs auf dem Pausenhof rücklings ins T-Shirt warfen. Da hatte man die nächsten Schulstunden richtig „Spaß“.


Ganze und aufgeschnittene Hagebutte mit Blick auf die flaumbedeckten Kerne
Die Kerne im Inneren der Hagebutte sind mit einem juckenden Flaum überzogen

Aber was ist die Hagebutte eigentlich?

Hagebutten sind die Fruchtstände der Rosen. Es sind sogenannte Scheinfrüchte. Der botanisch korrekte Name ist Sammelnussfrucht. Die Rosen bilden ihren Blütenboden um und die eigentliche Frucht sind die Kerne im Inneren. Diese haben es allerdings in sich. Sie sind mit einer Art Flaum bedeckt, der eben extrem juckt. Genutzt werden können übrigens die Fruchtstände aller Rosen – große, kleine, rote bis schwarze.


Die Rosen sind namensgebend für eine ganze Pflanzenfamilie. Zu den Rosengewächsen gehören neben fast allen herbstlichen Heckenfrüchten wie Schlehdorn, Weißdorn oder auch die Vogelbeere unsere leckeres Obst von Himbeere, Erdbeere, Brombeere bis Apfel, Zwetschge, Kirsche, Aprikose und viele mehr. Rosengewächse erkennt man unter anderem an einer


Hagebuttenzweig mit Frucht und Beschriftung der Nebenblättchen

Besonderheit der Blätter – sie zeigen sogenannte Nebenblättchen. Daran erkennt man auch ganz gut Vertreter dieser Pflanzenfamilie, die man auf den ersten Blick vielleicht gar nicht zuordnen würde, wie beispielsweise das Mädesüß oder das kleine Gänsefingerkraut.


Hagebutten enthalten enorme Mengen an Vitamin C. Soviel, dass selbst nach dem Kochen noch ausreichend verfügbar ist. Neben klassischem Mus, Mark, Pulver und Marmeladen, kann man Hagebutten auch zu fruchtigem Ketchup verarbeiten oder Kürbissuppen damit eine feine neue Note geben. Ein Rezept für eine herrlich rote und fruchtige Marmelade aus Hagebutte und andere Heckenfrüchten findest Du im Blogbeitrag Herbstfrüchte.


Hagebuttentee kannst Du übringens nicht nur aus den Fruchthüllen herstellen. Hast Du schon einmal vom Kernlestee gehört? Oder weißt Du warum man von den Hagebutten im Volksmund auch vom "Arschkitzler" spricht? Rezepte und wichtige Tipps zum Umgang mit den juckenden Hagebuttenkernen findest Du im Blogbeitrag Herbstschätze der Natur.


Aber die hübschen roten Früchte der Rosen können noch viel mehr als Tee, Marmelade und Juckpulver...


Was macht die Hagebutte für die Naturkosmetik so interessant?

  • Vitamin C: stimuliert die körpereigene Produktion von Kollagen (Anti-Aging), verfeinert das Hautbild, entzündungshemmend

  • Flavonoide schützen vor antioxidativem Stress und fördern die Regenerierung der Zellen

  • Beta-Carotinoide (Vorstufe Vitamin A) wirkt ebenfalls entzündungshemmend und unterstützt den körpereigenen UV-Schutz Um alle genannten Inhaltsstoffe aus der Pflanze zu lösen, bedarf es etwas Vorarbeit. Während Beta-Carotin fettlöslich ist und in einem Ölauszug abgegeben wird, werden die wasserlöslichen Flavonoide und das Vitamin C in einer alkoholhaltigen Tinktur ausgezogen.



Rezept Hagbuttenbalsam in 3 Schritten

Schritt 1: Herstellung der Tinktur Einige Hagebutten klein hacken und in ein sauberes Schraubglas füllen. Mit mindestens 40%igem Alkohol (beispielsweise Wodka oder Doppelkorn) auffüllen, bis alle Pflanzenbestandteile bedeckt sind. Die Mischung über 4 Wochen täglich schütteln. Dann durch einen Kaffee- oder Teefilter abseihen. Pflanzenmaterial nicht drücken, damit keine Schwebstoffe in die fertige Flüssigkeit gelangen.


Schritt 2: Herstellung des Ölauszuges Etwa 3 Handvoll Hagebutten sehr klein hacken (je feiner, umso intensiver die Färbung des Öles). Hagebutten in ein hitzebeständiges Glas geben und mit mindestens 100 ml Mandel- oder Jojobaöl auffüllen, so dass alle Hagebutten vollständig mit Öl bedeckt sind. Topf etwa auf 3 cm mit Wasser füllen, Glas mit Hagebutten-Öl-Mischung hineinstellen und bei geringer Temperatur mindestens 1 bis zu 3 Stunden lang bei geringer Temperatur von 60 bis maximal 70 Grad sanft ziehen lassen. Idealerweise mit Thermometer kontrollieren, denn Vitamin C ist sehr hitzeempfindlich. Das warme Öl durch ein sehr feines Sieb oder besser Teefilter abseihen, dabei Pflanzenteile nicht pressen. Tipp: Bei sehr empfindlicher Haut Hagebuttenkerne vorher entfernen, Schalen waschen und sehr gut trocknen lassen und diese dann ausziehen in Öl.


Schritt 3: Balsam herstellen (ergibt etwa 60 g fertiges Balsam) 5 g Bienenwachs mit 50 g des Hagebuttenöls in einem hitzebeständigen Gefäß mischen und im Wasserbad schmelzen. Mischung vom Herd nehmen und 5 g der Hagebuttentinktur mit einem Milchaufschäumer oder mit dem Mixer und nur einem Knethaken kräftig unterrühren. Nach Belieben 10 Tropfen ätherisches Öl (beispielsweise Rose, Rosengeranie oder Lavendel) hinzufügen. In sauberen, desinfizierten Behälter abfüllen und beschriften. Anwendung: Am besten auf die gereinigte, noch leicht feuchte Haut auftragen. Haltbar etwa 6 Monate, am besten im Kühlschrank aufbewahren.


Tipp: Wem Dir das zu aufwändig ist, kannst Du das Hagebuttenöl wunderbar auch pur oder als Schüttellotion verwenden. Für ein 2-Phasen-Öl entweder kräftigen Tee (beispielsweise aus Hibiskus) oder ein Hydrolat (Rose passt hier toll) aus dem Fachhandel 1:1 mischen. Wichtig: Ohne Konservierer nur kleine Mengen der Schüttellotion mischen und innerhalb von längstens einer Woche bei Aufbewahrung im Kühlschrank verbrauchen. Vor jedem Gebrauch schütteln, da sich die beiden Komponenten ohne Emulgatoren trennen.



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FAQ

  1. Welche Hagebutten kann man verwenden? Sowohl kulinarisch als auch zur Herstellung von Naturkosmetikprodukten können die Früchte aller Rosen verwendet werden – große, kleine, rote bis schwarze.

  2. Kann man die Kerne der Hagebutten auch verwenden?

    Ja, die Kerne der Hagebutten kann man ebenfalls verwenden, beispielsweise bei der Herstellung von Hagebuttenpulver oder auch für den sogenannten Kernlestee. Bei der Entnahme und Verarbeitung der Kerne sollte man am besten Handschuhe tragen. Anschließend die Hände gut waschen und während der Arbeit keinesfalls die Hände an die Augen bringen. Der Flaum auf den Kernen ist hautreizend und erzeugt einen starken Juckreiz.


  3. Müssen die Hagebutten vor der Verarbeitung weich sein?

    Für die Verwendung in der Naturkosmetik empfehlen sich noch feste Hagebutten, da sich bei empfindlicher Haut die juckenden Kerne vor der Weiterverarbeitung besser entfernen lassen. Außerdem gehen bei weichen Früchten zu viele Schwebstoffe in den Ölauszug über, was die Haltbarkeit signifikant verschlechtert. Bei kulinarischer Verarbeitung von Hagebutten kommt es auf die Art der Verwedung an. Auch persönliche Vorlieben spielen ein Rolle. Für viele sind feste Hagebutten schlichtweg angenehmer in der Verarbeitung.






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