Kanaren-Special: Echte Aloe vera

Aktualisiert: 29. März

Heilend und regenerierend: Die kühle Sanfte aus der Wüste




Wer kennt sie nicht, die feuchtigkeitsspendende Aloe Vera?! Man denkt unvermeidlich an das feucht-glibbrige Gel im Inneren der Blätter. Erstaunlicherweise ist sie eine Wüstenpflanze und ursprünglich in Afrika und den vorgelagerten Kanareninseln beheimatet. In meinem "Refugium" in der kargen Schönheit von Fuerteventura finde ich sie überall… wild wachsend, in den Gärten der Einheimischen und zahlreichen Auswanderer. Es gibt auch einige Biofarmen, die die Heilpflanze im großen Stil züchten, von wo aus sie ihren Weg in die Shops in vielfältigster Verarbeitung findet.


Äußerlich erinnert die Aloe fast ein wenig an eine Kaktusart. Tatsächlich gehört sie zur Familie der Liliengewächse und ist somit quasi "verwandt"mit Zwiebeln, Knoblauch, Bärlauch, Spargel oder Tulpen. Es gibt mehr als 300 Aloe-Arten, wobei für ihre Heilwirkung in erster Linie die echte Aloe Vera mit ihrem etwas sperrigen lateinischen Namen Aloe Vera Barbadensis Miller bekannt ist. Die heilenden Kräfte machen sich die Menschen bereits seit Jahrtausenden zunutze. Antike Prominenz wie Cleopatra, Columbus oder Alexander der Große sollen bereits die Vorzüge der Exotin zu schätzen und nutzen gewusst haben. Ob als Schönheitselexier, Nahrungsergänzung ausgemergelter Segler oder zur Wundversorgung tapferer Soldaten...die Einsatzgebiete der echten Aloe sind vielfältig.


Was macht die Aloe Vera so wirksam

Kurz: Es ist ein Mix aus mehr als 200 Substanzen, die in ihrer einmaligen Komposition ihre enorme Wirkung in der Pflanze entfalten. Dazu gehören zahlreiche Vitamine, Enzyme, Aminosäuren, Mineralstoffe und ätherische Öle ebenso wie schmerzstillende und entzündungshemmende Stoffe. Dazu zählt beispielsweise Magnesiumlaktat, das – pflanzlich sehr selten – in der Aloe Vera nachgewiesen wurde.


Hervorzuheben ist das in der Aloe Vera enthaltene langbettige Polysaccharid Acemannan. Es stärkt das menschliche Immunsystem und unterstützt unsere Selbstheilungskräfte bei Krankheiten und Verletzungen. Bis zur Pubertät produziert der Mensch diesen Stoff selbst. Danach muss Acemannan von außen zugeführt werden in Form von Nahrungsergänzung.


Besondere Aufmerksamkeit sollte dem Wirkstoff Aloin gewidmet werden, insbesondere wenn man Aloe-Gel selbst aus den Blättern gewinnen will. Das Aloin unter der Blattrinde (auch Aloe-Latex genannt), mit dem sich die Pflanze gegen Fressfeinde schützt, ist schwach giftig, hautreizend und wirkt abführend. In größeren Mengen kann es unter Umständen zu schwereren Durchfällen kommen. Schneidet man Aloe-Blätter ab, tritt bereits nach kurzer Zeit ein gelblicher Saft aus, der das Aloin enthält. Traditionell wurde dieser Wirkstoff für abführende Verhandlungen genutzt. Heute wird eine kanzerogene Wirkung vermutet und daher von der Verwendung von Aloe-Latex abgeraten.


angeschnittenes Aloe Vera Blatt mit gelblichen Gel
Aus dem frischen Anschnitt des Aloe Vera Blattes tritt das gelbliche Aloin-haltige Gel aus

Wichtig bei der DIY-Herstellung von Aloe-Gel: Abgeschnittene Blätter etwa 1 Stunde aufrecht mit der Schnittstelle nach unten in ein Glas stellen, bis der gelbe Saft komplett ausgetreten ist. Danach Schnittstelle erneut abschneiden und Schale (z.B. mit einem Sparschäler) entfernen und nur das innere Gel verwenden.

Wer ganz sicher gehen will – vor allem bei der innerlichen Anwendung – greift am besten auf fertiges hochwertiges Gel aus dem Handel zurück. Dieses ist Aloin-frei.

Bei Handelsware auf hohe naturreine Qualität achten, da sonst der Wirkstoffgehalt deutlich reduziert sein kann.


Werden Pflanzen zur Eigenproduktion von Aloe vera Gel verwendet, sollten diese bei der Ernte möglichst drei Jahre oder älter sein. Erst dann enthalten die Pflanzen hinreichende Wirkstoffkonzentrationen.


Haltbarkeit und Weiterverarbeitung:

Das selbst gewonnene Gel kann so direkt verwendet werden. Außerdem stellt es eine Basis für die Weiterverarbeitung für DIY-Kosmetikprodukte wie Cremes oder Lippenbalsam dar. Eine Bodylotion lässt sich beispielsweise im Handumdrehen durch Mischen mit Oliven- oder Kokosöl (1:1 Gel und Öl) herstellen. Pur ist das frische Gel im Kühlschrank etwa 2 Wochen haltbar. Mit antioxidativen Zusätzen wie Vitamin C-Pulver oder Vitamin E-Öl kann die Haltbarkeit auf ca. 6 Wochen im Kühlschrank verbessert werden. Zu einer homogenen Masse püriert lässt sich das frisch gewonnene Gel auch gut portionsweise einfrieren (z.B. in Eiswürfelbehältern) und ist im Bedarfsfall kühl verfügbar z.B. für leichte Verbrennungen, Insektenstiche oder abschwellend als Erfrischung für müde Augen. Angeschnittene Blätter verschließen sich durch den Wirkstoff Acemannan recht schnell (analog zu Wunden) und können im Kühlschrank mitunter monatelang aufbewahrt und nach Bedarf immer wieder weiterverarbeitet werden.


Anwendungsgebiete

Äußerlich:

Die Aloe Vera versorgt die Haut intensiv mit Feuchtigkeit und sorgt so für eine beschleunigte Regeneration und Wundheilung der Haut. Es wirkt insbesondere kühlend, entzündungshemmend, antibakteriell, beruhigend und schmerzlindernd.

  • Trockene und beanspruchte Haut

  • Sonnenbrand und -allergie

  • Insektenstiche

  • Kleine Hautverletzungen

  • Allergische Hautirritationen

  • Akne und Schuppenflechte

  • Haarpflege

Tipp für Zimmerpflanzen Aloe veras: Platziert Eure Aloe vera Pflanze im Schlafzimmer. Sie versorgt Euch – im Gegensatz zu anderen Zimmerpflanzen – auch nachts mit Sauerstoff. Bei so gutem Raumklima wachst Du erholt und munter morgens auf.


Innerlich:

Der Wirstoffmix der echten Aloe vera stärkt das Immunsystem, entschlackt und entgiftet ohne die natürliche Darmflora zu beeinträchtigen. Das Gel und der daraus gewonnene Saft können pur oder vermischt mit Wasser oder als Beigabe zu Smoothies eingenommen werden.

  • Detox

  • (Fett-)Stoffwechselanregend (z.B. unterstützend zur Gewichtsreduzierung)

  • Leicht abführend bei Vertstopfung

  • Atemwegserkrankungen

  • Unterstützend bei entzündlichen Störungen im Körper

Zudem gibt es Hinweise, dass sich die antibakterielle Wirkung von Aloe Vera auch auf resistente Keime erstreckt. Zudem zeigen Studien, dass sich mit Aloe Vera ein günstiger Einfluss auf den Blutzucker bei Diabetikern herbeiführen lässt.


Steckbrief echte Aloe vera

Familie: Liliengewächse (Liliaceae)

Pflanzenname: Aloe vera (Aloe Vera Barbadensis Miller) Weitere Pflanzennamen: Wüstenlilie, Drachenschwanz, Bitterschopf


Merkmale:

Die stamm-/stengellose Pflanze bildet Rosetten aus 16 lanzettlichen fleischigen Blättern. Die Blätter werden bis zu 30 cm groß, sind grün, z.T. leicht weißlich gefleckt. Bei starker Sonneneinstrahlung und Wassermangel färben sich die Blätter rötlich. An den Blatträndern befinden sie kleine Zähne. Die Pflanze bildet Blütenstände aus mit gelben länglichen geschlossenen "Glöckchen", die dicht traubig am Blütenstand hängen. Der Blütenstand kann eine Höhe von ca. 1 m erreichen.


Vorkommen: Trockene, sonnige Gebiete, aber auch halbschattige Bereiche werden akzeptiert.


Inhaltsstoffe: Vitamin A, B1, B2, B3, B6, C, E, Beta Carotin, Carotin, Cholin, Fohläure und Niacin, Mineralstoffe, Aminosäuren, Enzyme, Fettsäuren, Aloin, Acemannan.



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