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Schneckenliebe

Aktualisiert: 6. Juni 2023

Ein Plädoyer für die sanften Regenfreunde



Es regnet. Wieder einmal. Die Natur dankt es. Die Schnecken auch. Ich bewundere die Vielfalt dieser Tiere. Und beneide Ihre Ruhe. Die Gärtner hassen Ihre Vielzahl. Dabei sind die Hausbesitzer unter den Schnecken überwiegend harmlos für unsere Pflanzen. Sie ernähren sich vor allem von welkem Pflanzenmaterial. Je weicher, je lieber. Für den Kahlschlag bei Salat & Co. sorgen die gefräßigen Nacktschnecken. Wer hier mit chemischer Keule ins Feld zieht, schadet auch den harmlosen Häuserschnecken. Denn auch sie überleben das Massaker nicht.

Die große Weinbergschnecke steht im Übrigen unter Naturschutz. Also seid bitte achtsam und setzt - auch wenn der Ärger groß ist - auf natürliche Abwehr. Schneckenzäune, Wassergräben, Holzspäne bieten eine gewisse Barriere und töten nicht.


Tipp: Schnecken lieben Giersch. So heißt es und auch die volkstümliche Schweizer Bezeichnung "Schneggechrüt" weist darauf hin. Wenn sich also zwischen Salatköpfen Giersch breit macht, freuen und als Buffet für die Nacktschnecken stehen lassen...und hoffen, dass sie sich ablenken lassen. Überhaupt gilt für Giersch: Nutzen und essen statt sich über "Unkraut" zu ärgern. Er ist nämlich überaus Vitamin- und Mineralstoffreich, gesund und heilkräftig. Erfahre mehr im Pflanzenporträt Giersch.


Wer jetzt denkt, ich würde die Leiden der Gartenfreunde nicht kennen, liegt falsch. Ich kann ein Lied davon singen…oder eine Geschichte dazu schreiben. Gespannt? Dann lies meinen Kurzkrimi „Massaker im Grünen“


Du willst mehr erfahren über die Wunder und Schätze der Natur? Dann begleite mich einfach auf einem meiner Kräuterspaziergänge oder lerne im Workshop, Wildkräuter einfach und alltagstauglich zu verarbeiten. Buche DEIN KRÄUTERERLEBNIS.




FAQ
  1. Fressen alle Schnecken Salat und Gartenpflanzen Nein. Es sind die gefräßigen Nacktschnecken, die sich über das Pflanzenwerk in unseren Gärten hermachen. Die Häuserschnecken dagegen ernähren sich überwiegend von welkem Pflanzenmaterial, beispielsweise auf den Komposten.

  2. Sind Schnecken geschützt? Die große Weinbergschnecke steht unter Naturschutz. Deshalb behutsam mit den großen Kriechern umgehen. Wer viele der großen Häuserträger in seinem Garten hat, sollte deshalb auch auf die chemische Abwehrkeule in Form von Scheckenkorn verzichten.

  3. Wie kann man Schnecken natürlich abwehren? Einen hundertprozentigen Schutz gibt es nicht. Aber man kann mit einigen Maßnahmen die Zahl und damit die Vernichtung der Gartenpflanzen deutlich reduzieren – auch ohne chemische Mittel und barbarische Maßnahmen wie Einsalzen oder gar Zerschneiden oder ähnliches.

    1. Allabendliches Absammeln und in ausreichender Entfernung in der Natur freilassen (nicht in Nachbars Garten!)

    2. Kultur- und Nutzpflanzen mit Mulchmaterial (beispielsweise aus Rasenschnitt) oder Tiereinstreu umgeben

    3. Wassergräben und andere physische Barrieren errichten. Auch Kupferbänder für Pflanzentröge bieten gewissen Schutz (erhältlich im Gartenfachhandel). Aber aufgepasst...Schnecken bauen sich zum Teil lebende Brücken durch Artgenossen!

    4. Tigerschnegel sehen aus wie Nacktschnecken, sind aber Nützlinge im Kampf gegen Schneckenfraß im Garten. Sie ernähren sich unter anderem von den Eiern der Nacktschnecken.

    5. Wildkräuter wie der Giersch gehören zu den Lieblingsspeisen von Nacktschnecken. Der Schweizer Volksname "Schneggechrüt" unterstreicht das. Also nicht über den wachsfreudigen Giersch ärgern, sondern als Schutzschild zwischen Kulturpflanzen schätzen.



© wildekräuterkatze

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