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Pflanze des Monats Februar: Scharbockskraut

Aktualisiert: 11. März

Nachschub für Deine Vitamin-C-Speicher



Das Scharbockskraut ist eines der ersten Wildkräuter, das oft noch in den letzten Ausläufern des Winters die neue Vegetationsrunde eröffnet. Gegen Ende Februar wird man an sonnigen Plätzen in der Regel schon fündig. Zwischen vertrockneten Blättern am Boden des Waldrandes bahnen sich ganze Felder der hochglänzenden, herzförmigen Scharbocksblätter den Weg zum Licht und zu den ersten wärmenden Sonnenstrahlen. Aber auch in heimischen Gärten und wenig gemähten Rasenflächen sind sie gerne zu Hause.


Scharbock ist die volkstümliche Bezeichnung für die Vitamin C-Mangelerkrankung Skorbut und zeigt auch gleich, wo die Stärke dieser Pflanze liegt: Das junge Grün ist reich an Vitamin C und eignet sich sehr gut als frische Beigabe in Salaten, Quark, Smooties oder Kräuterbutter. Sobald die jungen Triebe erscheinen, ist auch die Zeit für die Ernte des Scharbockskrauts oder vielmehr seiner Blätter. Denn wenn spätestens im April erst mal die sonnengelben Blüten erscheinen ist es zu spät. Das Erscheinen der Kronblätter markiert den Erntestopp, denn nun steigt der Gehalt an schleimhautreizendem Protoanemonin in der Pflanze. Aufgrund des Gehalts an dieser Alkaloidart wird Scharbockskraut als schwach giftig eingestuft. Auch wenn die Konzentration vor der Blüte niedriger und ohne negative Auswirkungen ist, sollte die vitaminreiche Pflanze nicht in Übermaß verzehrt werden, sondern vielmehr als kleine Beigabe. Auch hinsichtlich des Oxalsäuregehaltes in der Pflanze, ist eine sparsame Verwendung ratsam. Für eine erwachsene Person kann hier eine Handvoll pro Tag als Richtschnur dienen. Auch eine Geschmacksprobe gibt einen Anhaltspunkt: Schmecken die Blätter sehr scharf und bitter, sollte man auf den Verzehr verzichten.


Steckbrief:

Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)

Pflanzenname: Gewöhnliches Scharbockskraut (Ranunculus ficaria)

Volksnamen: Feigwurz


Merkmale: Die ausdauernde Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von etwa 10 cm. Sie vermehrt sich überwiegend über sogenannte Brutknöllchen (sog. Feigen -> namensgebend vgl. ficaria), die unter der Erde überwintern. Eine Vermehrung kann aber auch über oberirdische Ausläufer erfolgen, die eine Länge von bis zu 20 cm erreichen. Die gestielten Blätter sind herz- oder nierenförmig, glänzend und am Rand leicht gesägt. Die Blätter erscheinen sehr früh im Jahr vor der Blüte. Von März bis ca. Ende April zeigen sich leuchtend gelbe Blüten mit 8-12 sternförmig angeordneten länglichen Kronblättern, die an der Unterseite leicht grünlich sind.


Vorkommen: Laubwälder, Parks, Wiesen. Lehm- und Nährstoffzeiger. Oft ausgedehnte Gruppen.


Inhaltsstoffe: Vitamin C, Saponine, Ranunculin, Gerbstoffe, Prototoanemonin (Giftigkeit kann durch Trocknung geschwächt werden, ist aber beim Scharbockskraut wenig sinnvoll – am besten roh naschen)


Verwendung: Blätter vor der Blüte als rohe Beigabe zu Salaten, Quark, Wildkräutersmoothies, Kräuterbutter. Auch als Zutat zu Wildkräutersuppen (z.B. Grüne Neune), dann aber nur einmal ganz kurz aufkochen, um das hitzeempfindliche Vitamin C zu schonen.


Quinoasalat mit Rohkost und Wildkräutern
Quinoasalat mit Rohkost und frischem Scharbockskraut

FAQ

  1. Ist Scharbockskraut giftig? Scharbockskraut ist essbar und ein exzellenter Vitamin C-Lieferant. Es ist eines der ersten grünen Wildkräuter im Jahr und kann oft schon ab Februar bis etwa April geerntet werden. Das Erscheinen der strahlend gelben Blüten signalisiert den Erntestopp. Dann steigt nämlich die Konzentration des schwach giftigen Inhaltsstoffes Protoanemonin.

  2. Wie verwendet man Scharbockskraut? Scharbockskraut genießt man am besten roh, beispielsweise pur auf Butterbrot, in Kräuterbutter oder -Hummus oder in Smoothies. Der beachtliche Vitamin C-Gehalt dieses Wildkrautes kann so am effektivsten genutzt werden. Bei der Verwendung in Wildkräutersuppen, einfach in die fertige Suppe geben und roh oder maximal einmal aufgekocht pürieren, um das hitzeempfindliche Vitamin C zu erhalten.

  3. Woher kommt der Name Scharbockskraut? Scharbock ist eine alte Bezeichnung für Skorbut. Diese Vitamin C Mangel-Erkrankung war früher vor allem bei Seefahrern gefürchtet und konnte mitunter zum Tod führen. In Zeiten, in denen eine ausgewogenen Ernährung und insbesondere Zitrusfrüchte nicht rund ums Jahr verfügbar waren, schätzten die Menschen dieses frühe vitaminreiche Grün umso mehr.

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