Pflanze des Monats Februar: Scharbockskraut

Aktualisiert: 7. Apr.

Nachschub für Deine Vitamin-C-Speicher



Das Scharbockskraut ist eines der ersten Wildkräuter, das oft noch in den letzten Ausläufern des Winters die neue Vegetationsrunde eröffnet. Gegen Ende Februar wird man an sonnigen Plätzen in der Regel schon fündig. Zwischen vertrockneten Blättern am Boden des Waldrandes bahnen sich ganze Felder der hochglänzenden, herzförmigen Scharbocksblätter den Weg zum Licht und zu den ersten wärmenden Sonnenstrahlen. Aber auch in heimischen Gärten und wenig gemähten Rasenflächen sind sie gerne zu Hause.


Scharbock ist die volkstümliche Bezeichnung für die Vitamin C-Mangelerkrankung Skorbut und zeigt auch gleich, wo die Stärke dieser Pflanze liegt: Das junge Grün ist reich an Vitamin C und eignet sich sehr gut als frische Beigabe in Salaten, Quark, Smooties oder Kräuterbutter. Sobald die jungen Triebe erscheinen, ist auch die Zeit für die Ernte des Scharbockskrauts oder vielmehr seiner Blätter. Denn wenn spätestens im April erst mal die sonnengelben Blüten erscheinen ist es zu spät. Das Erscheinen der Kronblätter markiert den Erntestopp, denn nun steigt der Gehalt an schleimhautreizendem Protoanemonin in der Pflanze. Aufgrund des Gehalts an dieser Alkaloidart wird Scharbockskraut als schwach giftig eingestuft. Auch wenn die Konzentration vor der Blüte niedriger und ohne negative Auswirkungen ist, sollte die vitaminreiche Pflanze nicht in Übermaß verzehrt werden, sondern vielmehr als kleine Beigabe. Für eine erwachsene Person kann hier eine Handvoll pro Tag als Richtschnur dienen. Auch eine Geschmacksprobe gibt einen Anhaltspunkt: Schmecken die Blätter sehr scharf und bitter, sollte man auf den Verzehr verzichten.


Steckbrief:

Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)

Pflanzenname: Gewöhnliches Scharbockskraut (Ranunculus ficaria)

Volksnamen: Feigwurz


Merkmale: Die ausdauernde Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von etwa 10 cm. Sie vermehrt sich überwiegend über sogenannte Brutknöllchen (sog. Feigen -> namensgebend vgl. ficaria), die unter der Erde überwintern. Eine Vermehrung kann aber auch über oberirdische Ausläufer erfolgen, die eine Länge von bis zu 20 cm erreichen. Die gestielten Blätter sind herz- oder nierenförmig, glänzend und am Rand leicht gesägt. Die Blätter erscheinen sehr früh im Jahr vor der Blüte. Von März bis ca. Ende April zeigen sich leuchtend gelbe Blüten mit 8-12 sternförmig angeordneten länglichen Kronblättern, die an der Unterseite leicht grünlich sind.


Vorkommen: Laubwälder, Parks, Wiesen. Lehm- und Nährstoffzeiger. Oft ausgedehnte Gruppen.


Inhaltsstoffe: Vitamin C, Saponine, Ranunculin, Gerbstoffe, Prototoanemonin (Giftigkeit kann durch Trocknung geschwächt werden)


Verwendung: Blätter vor der Blüte als rohe Beigabe zu Salaten, Quark, Wildkräutersmoothies, Kräuterbutter. Auch als Zutat zu Wildkräutersuppen (z.B. Grüne Neune), aber Vitaminverlust durch Erhitzen


Quinoasalat mit Rohkost und Wildkräutern
Quinoasalat mit Rohkost und frischem Scharbockskraut

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