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Start der Wildkräutersaison

Aktualisiert: 30. März 2023

Auf der Pirsch nach dem Giersch…





Es ist Ende Februar und ich lechze nach einem Frischekick. Ich will endlich wieder grüne Smoothies und Wildkräutersalate. Wie ein Verdurstender in der Wüste wühle ich am Waldrand auf allen Vieren in den verdorrten Blätterresten des vergangenen Winters. Irgendwo da drunter muss doch was sein. Die Bedingungen der letzten Tage waren ideal…mit Temperaturen an der 20 Grad-Marke war es fast schon lächerlich warm. Ich sehe sicher aus wie eine komplette Irre, aber egal. Ha! Und da sind sie - winzig, sattgrün und strotzend vor Energie - Giersch & Co. sind zurück. Auf geht’s in die neue #Wildkräutersaison.


Nach langen, dunklen Wintermonaten sind die superjungen Triebe der heimischen Wildkräuter nicht nur eine willkommene Abwechslung auf dem Teller. Die frischen Schösslinge von Giersch, Brennnessel und Scharbockskraut sind nicht nur lecker, sondern auch megagesund. Sie liefern Vitamine und Mineralien satt, entschlacken, schleusen Altlasten aus dem Körper und mobilisieren Immunsystem und Stoffwechsel. Also raus in die Natur und sammeln für den Frühjahrskick!

Noch sind die jungen Wildkräutertriebe recht klein und zart. Der Blick muss sich anfangs ein wenig schärfen, aber es ist gar nicht so schwer. Gerade an den Waldrändern, wo die Sonne schon ihre warmen Fühler über den Boden streifen lassen kann, wird man fündig. Aber auch im eigenen Garten gibt meist schon Ausbeute und wenn es nur das hübsche Gänseblümchen mit seinem feinnussigen Geschmack ist. Noch sind die jungen Brennesseln leicht rötlich durch die nächtliche Kälte, aber das tut ihrer Wirkung keinen Abbruch. Jede Menge Vitamin A und C, Eisen und Kalium halten sie bereit. So klein, aber trotzdem schon enorm wehrhaft…damit’s bei der Ernte nicht unangenehm brennt, immer von unten her anfassen. Denn die Brennhaare, die die schmerzenden Quaddeln verursachen sitzen nur oben und an den Seiten der Blätter.


Auch der winzige Babygiersch deutet schon sein typischen Erscheinungsbild an. 3x3 - du bist dabei ist eine gute Merkhilfe, um den Giersch zu bestimmen: 3-kantiger Stiel, 3-gliedrige Blattspreite mit 3-gliedrigem Einzelblatt. Und wie der duftet - so zart und würzig wie Petersilie. Genaue Infos gibt’s im Giersch-Pflanzenporträt. Wenn die Ausbeute im Frühjahr immer üppiger wird, lassen sich mit Giersch tolle Gerichte zaubern. Er kann sowohl roh in Smoothies oder Wildkräutersalaten als auch kurz blanchiert als gesunder Spinatersatz verwendet werden. Probiert z.B. mal das Rezept für Maultaschen mit Gierschfüllung.

Jetzt ist auch die Zeit für das Scharbockskraut oder vielmehr für seine herzförmigen Blätter. Denn wenn spätestens im April erst mal die sonnengelben Blüten erscheinen ist es zu spät. Der Gehalt an schleimhautreizendem Protoanemonin steigt dann nämlich. Scharbock ist übrigens die volkstümliche Bezeichnung für die Vitamin C-Mangelerkrankung Skorbut und zeigt auch gleich, wo die Stärke dieser Pflanze liegt: Sie ist eine wahre Vitamin C-Bombe. Also unbedingt jetzt pflücken und gesundschlemmen.


Und was macht man jetzt damit?


Wie wär’s mit einem Wildkräuterfrühstück:


Eine Handvoll Wildkräuter, z.B. Brennnessel, Vogelmiere, Scharbockskraut, Wiesenkerbel, Giersch (kann man bequem am Vortag sammeln, waschen, trockentupfen und locker in einem Gefrierbeutel im Gemüsefach des Kühlschranks aufbewahren)

1/2 L Buttermilch oder naturtrüber Apfelsaft

Bauernbrot, Butter


Buttermilch mit Wildkräutern im Mixer zu einem grünen Smoothie pürieren. Dazu einfach Butterbrot. Lecker!


Wer’s lieber süßer mag - Brennessel-Energietrunk:

1 Handvoll Brennnessel mit 1 Banane, etwas Zitronensaft und 1/2 l Buttermilch oder alternativ naturtrübem Apfelsaft im Mixer zu einem homogenen Smoothie mixen.

Ich wünsche Euch einen frischer Start in den Tag und in die neue Wildkräutersaison.

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