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Ohne Moos nix los

Aktualisiert: 17. Jan.

Die Überlebenskünstler aus der Urzeit


Ohne Moos nix los! Das gilt nicht nur für´s Portmonnaie...die grünen Pflanzenpolster machen auch den Wald (und uns) reicher. Ob als Wasserspeicher, Lebensraum für Kleinlebewesen oder Balsam für Augen und Seele. Still und leise filtern sie auch Feinstaub- und andere Schadstoffe aus der Luft und machen sich so als aktive Klimaschützer verdient.



Moose, die kleinen großen Survival Profis

Auch in den kahlen und kühlen Wintermonaten halten Moose tapfer die Stellung und verzaubern den Wald mit ihrem vielgestaltigen Erscheinungsbild und 1001 Grünschattierung. Sie sind wahre Überlebenskünstler. Wie sie es einst aus der Wasserwelt der Algen an Land schafften, ist nach wie vor nicht sicher geklärt. Jedenfalls traten sie einen Siegeszug an und besiedeln seit unglaublichen 350 bis 400 Millionen Jahren die Erde im eigentlichen Sinn. Nicht ohne Grund. Ihre weiche Oberfläche und oft geradezu filigranes Erscheinungsbild täuschen. Moose sind unfassbar robust und widerstands- als auch anpassungsfähig. Sie überdauern sowohl längere Zeit in Eis und Kälte und haben auch so unwirtliche Lebensräume wie die Atacama-Wüste besetzt.


Nahaufnahme verschiedener Moose
Moose sind robust und vielseitig: Wasserspeicher, Klimaschützer, Heilpflanze

Volksheilkundlich "famoos": Windel und Wundverband

Als Heilpflanze sind Moose in der Volksheilkunde keine Unbekannten. Im Gegenteil: Schon die indigene Bevölkerung in Nordamerika nutzte Moose als Windeln. Auch die traditionelle chinesische Medizin setzte Moose früh insbesondere zur Wundheilung ein. Grund hierfür dürfte mitunter die keim- und pilzhemmende Wirkung sein, die Moosen nachgesagt wird. Diese positiven Wirksubstanzen helfen nicht nur dem menschlichen Organismus. Bereits kurz vor dem Milleniumswechsel entdeckten Biologen rund um den Botaniker und ausgewiesenen Moos-Experten Prof. Dr. Jan-Peter Frahm das Potenzial von Moosen als Pflanzenschutzmittel. In mehreren Testreihen konnte der Nachweis über die pilzhemmende Wirkung nachgewiesen werden. In den Versuchsreihen wurden vorab Tomaten, Paprika und Weizen infiziert und erfolgreich mit Moosextrakten behandelt. Die Ergebnisse übertrafen zum Teil sogar die Wirkung käuflicher Spritzmittel. Frahm war klar, dass eine Vermarktung im großen Stil problematisch sein würde. Er stellte schon damals einen Fördergeldantrag für ein gärtnerisches Moos-Zuchtprojekt bei der Bundesstiftung Umwelt. Leider fristen so vielversprechende wissenschaftlich gestützte Anwendungsprojekte mit und aus der Natur nach wie vor ein Schattendasein und finden selten oder nie den Weg auf den Markt.


Beispiel Löwenzahn: Immerhin schaffte es der Reifenhersteller Continental 2014 auf die IAA Nutzfahrzeugmesse mit seinem Entwicklungs-Coup, Reifen aus Löwenzahnkautschuk herzustellen. Zusammen mit dem renommierten Fraunhofer-Institut hatte der Reifenhersteller erfolgreich geforscht, den hohen Kautschuk-Gehalt russischen Löwenzahns für die Reifen-Produktion zu nutzen. Spannend, nicht wahr! Schau mal in das Video zu den Löwenzahnreifen.


Naturschutz ist oberstes Gebot

Trotz aller Euphorie über solche Erfolge, ist eines klar: Entnahme aus der Natur im großen Stil ist keine Option. Auch für Moose gilt die sogenannte "Handstraußregel". Der Wald und alles, was darin wächst gehört letztlich dem jeweiligen Eigentümer. Das kann eine Privatperson oder auch der Staat sein. Genau genommen benötigt man also die Erlaubnis, etwas pflücken oder mitnehmen zu dürfen. Ausnahme: Es dürfen kleine Mengen für den privaten Eigengebrauch entnommen werden. Zu beachten sind dabei immer darüber hinausgehende naturschutzrechtliche Einschränkungen. Für streng geschützte Pflanze wie auch das Sammeln in Naturschutzgebieten gilt: Finger weg - keine Ausnahme!


In diesem Sinne, genießt die Natur. Seid achtsam und respektvoll für den Erhalt der Artenvielfalt und zum Schutz unseres Lebens- und Erholungsraumes.


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